Über die Ausstellung

Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert vom 26. April bis 22. August 2014 die zweite große Retrospektive des bedeutenden informellen Künstlers Fred Thieler. Unter dem Titel „Fred Thieler. Intuition der Malerei – Werke aus fünf Jahrzehnten“ werden wichtige Werke aller Schaffensperioden des 1916 in Königsberg geborenen und 1999 in Berlin verstorbenen Künstlers gezeigt. Es erscheint eine Publikation. Die Vernissage findet am Samstag, dem 26. April 2014 von 18 bis 21 Uhr parallel zu den Bielefelder Nachtansichten statt. Bitte beachten Sie, dass unsere Galerie nicht offiziell an den Bielefelder Nachtansichten teilnimmt und der Eintritt bei uns somit frei ist. Fred Thieler schuf unvorhersehbare Bilder, intuitiv und einer inneren Gesetzmäßigkeit verpflichtet, mit der Aufgabe ohne jeglichen Plan, ohne vorherige Idee – aber als Interaktion zwischen Maler und Material - Empfindungen im Betrachter auszulösen. Seine Arbeiten sind dabei - wie die Kunst des Informel im Allgemeinen - keiner einheitlichen Stilrichtung zuzuschreiben. Doch zeigen Sie allesamt eine beeindruckende Annäherung an eine gegenstandslose, lediglich der Emotion des Künstlers folgenden Kunst. Thieler war Mitglied in der 1949 gegründeten Künstlergruppe ZEN 49, zu der u.a. Willi Baumeister, Rupprecht Geiger,
K.R.H. Sonderborg und Fritz Winter gehörten. Der Rundgang der Ausstellung beginnt mit frühen Werken der 1950er Jahre. In dieser Zeit entstehen Thielers sogenannte „Spachtelbilder“. Spektakuläre, dynamische Farbarrangements dominieren das Frühwerk des Künstlers, und so begegnet der Betrachter unter anderem der Arbeit O.G. I/56 aus dem Jahre 1956 (Öl auf Karton auf Tischlerplatte, 95,7 x 68 cm), in welcher ersichtlich wird, dass Thieler - noch ansatzweise einer Struktur verpflichtet - mit einem Spachtel die Bildoberfläche intensiv bearbeitete, um seinem Bedürfnis nach einem heftigen Duktus nachgehen zu können.

Ein weiteres besonderes Highlight der Ausstellung bildet die kleinformatige Arbeit O.b. 57 (1957, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm). Pastose Striche in vorherrschend Gelb und Schwarz bilden hierbei ein energiegeladenes Gefüge vor kräftigem Grund. Ähnliche Energien finden sich auch in der Arbeit BR. S/63 (1963, Mischtechnik auf Leinwand, 190 x 130 cm) wieder – die geistige Dringlichkeit des Künstlers besonders deutlich zum Ausdruck bringend. Hier kommt die Eigendynamik der Farbe beispielhaft zur Geltung. Die Leinwand von der Staffelei nehmend, und die Farbe aus Dosen und Eimern darauf gießend – was derweilen eine Provokation war – führt die Befreiung von einer kompositorischen Maßregelung im Werke Thielers ein. Auch kommen in den darauffolgenden Jahrzehnten verstärkt die Farben Rot und Blau zum Einsatz. Die Arbeit Von Rot durchkreuztes Blau,
(1993, Kunstharzdispersion auf Leinwand, 280 × 200 cm) veranschaulicht die Thieler‘sche Farbpalette dabei besonders deutlich. Die späten Arbeiten der 1980er und 1990er Jahre, in denen die Auseinandersetzung des Künstlers mit der Farbe als eigenständiges Element kulminiert, und die Farben sich zu einer Kraft und Unbändigkeit verdichten, bilden den Abschluss des Rundganges durch die Ausstellung. In der Arbeit Ohne Titel (1998,
Kunstharzdispersion auf Leinwand, 85 x 110 cm) findet diese Entwicklung beispielhaft ihren Höhepunkt. Eine atemberaubende Wucht und Fülle wohnt diesem Werk inne, dennoch im gleichen Augenblick Monumentalität und Ruhe ausstrahlend - ein Wechselspiel der Emotionen, das den Betrachter zum Stauen bringt. Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg, widmete dem Künstler kürzlich eine umfangreiche Retrospektive (01.11.2013 bis 02.02.2014). Weiterhin werden seine Arbeiten diesjährig, parallel zu unserer Ausstellung, vom 25.05. bis 21.09.2014 im Museum Gunzenhauser, Kunstsammlungen Chemnitz, gezeigt.

Die Ausstellung ist geöffnet von Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr und am Samstag von 10:00

Information

Es erscheint ein Leporello mit Abbildungen ausgewählter Arbeiten.

Zum Künstler: Fred Thieler

Einladungskarte

Leporello

Presseinformation

Presse

Explodierender Farbkosmos, Neue Westfälische, 26. April 2014

In Interaktion mit dem Bild, Westfalen Blatt, 26. April 2014

Fred Thieler, TOP Magazin, 10. Juni 2014

Vergangene Ausstellungen