Über die Ausstellung

Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert den international renommierten Künstler Karel Appel in einer umfangreichen Einzelausstellung mit 25 Werken. Karel Appel (1921-2006), Mitbegründer der berühmten Künstlergruppe CoBrA, fasziniert den Betrachter durch seine vielschichtigen und fantasievollen künstlerischen Werke und gilt heute als einer der bedeutendsten niederländischen Maler des 20. Jahrhunderts. In stark pastosem Duktus bringt Appel seine Emotionen in rhythmischem Pinselstrich, aber auch direkt mit dem Spachtel oder den Händen auf die Leinwand und hat über Jahrzehnte ein expressives Œuvre mit figurativ-abstrakten Farblandschaften kreiert, das seit den 1950er Jahren die internationale Kunstwelt in ihren Bann zieht.

Die Vernissage der Ausstellung „Karel Appel“ findet am Donnerstag, 13. Februar 2020 um 19 Uhr mit einer Einführung durch Rouven Lotz, Wiss. Leiter des Emil Schumacher Museums in Hagen, statt. Zusätzlich erscheint ein umfangreicher Farbkatalog zur Ausstellung.

Die avantgardistische CoBrA-Gruppe wurde benannt nach den Heimatorten (Copenhagen, Brüssel, Amsterdam) der Gründungsmitglieder, darunter Asger Jorn, Karel Appel, Constant und Pierre Corneille. Sie erlebte nach ihrer Gründung 1948 in Paris bereits am Anfang der 1950er Jahre nach Differenzen ihr offizielles Ende. Mit dem durch CoBrA vertretenden Ziel einer spontan-abstrakten Malerei erlangte Karel Appel großes Wohlwollen in der internationalen Kunstkritik. Dies nicht zuletzt durch den französischen Kurator Michel Tapié, der ihn als einen Hauptprotagonisten der Art autre einordnete. Seine experimentierfreudigen und individualistischen Werke wie People in Landscape, 1989, Acryl auf Papier, 65 x 102,9 cm, die unter anderem von der New Yorker Galeristin Martha Jackson, Sam Francis und später Richard Lindner prominent gefördert wurden, verbergen hinter ihrem expressiven Duktus eine große Komplexität durch die Vernetzung der Kunstströmungen ab der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Karel Appels figurative Arbeiten befinden sich dabei in einem Bereich der Abstraktion, der sich zwischen dem Stil des europäischen Informel (frz. ohne Form) auf der einen, aber auch der gegenständlichen Malerei auf der anderen Seite verortet. Ein Highlight der Ausstellung ist Elephant, 1974, Öl auf Leinwand, 76 x 61 cm, das ein beeindruckendes Werk für Appels Individualität darstellt. Sein künstlerischer Anspruch ist dabei Ausdruck einer „Atmosphäre andauernder Suche und Experimentierens“, wie bereits Asger Jorn formulierte. Diese spiegelt sich auch in seinem analytischen Blick auf seine Umgebung wider.

Appels oft kindlich anmutende Kompositionen sind bewusst chaotische Ensembles vielfarbiger Verläufe und Strukturen; sie sind Landschaften, Figuren, aber auch Porträts, die sich in dynamischer Variation verlieren. Gerade die Arbeit Ohne Titel, 1994, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, lässt Sujet und Grund durch die stark pastosen Ölfarben, deren Bestandteile Appel sogar selbst mischte, kräftig hervortreten.

Karel Appel verfolgte mit seinem energetischen Œuvre und auf seine ganz eigene künstlerische Weise einen einmaligen avantgardistischen Abstraktionsgrad in der Kunst der Moderne. Seine ausdrucksstarken Experimente und spontan anmutenden Kompositionen sind inspirierende Blickwinkel auf das Leben, denn so Appel: „It is a real fight to be awake, to see everything new, for the first time in your life.“

Vom 13. Februar 2020 bis zum 18. April 2020 ist die Ausstellung „Karel Appel“ in der Samuelis Baumgarte Galerie zu sehen. Der begleitende Katalog zur Ausstellung ist online und als Druckversion erhältlich.

Video

Information

Vernissage: Donnerstag, 13.02.2020, 19 Uhr

Eröffnung: Rouven Lotz, Emil Schumacher Museum, Hagen

Vernissagekarte

Presseinformation

Online Katalog

Presse

'Der kindliche Blick auf die Welt', Westfalen-Blatt, 14.02.2020

'Farbexplosion bei Baumgarte', Neue Westfälische, 14.02.2020

'Führung durch  Appel-Ausstellung', Westfalenblatt, 14.05.2020

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Vergangene Ausstellungen