Biografie

Pablo Ruiz Picasso wird am 25. Oktober 1881 in Málaga, Spanien geboren. Bereits mit sieben Jahren erhält Picasso von seinem Vater Mal- und Zeichenunterricht, er entpuppt sich schnell als äußert begabt, beendet mit neun Jahren sein erstes Ölgemälde Picador und wird als Zehnjähriger an der Schule für Bildende Künste in Galicien unterrichtet. Mit 14 Jahren wird er an der Kunstakademie La Llotja in Barcelona aufgenommen und überspringt die ersten beiden Klassen. Ein Jahr später richtet er sich das erste eigene Atelier mit seinem Freund Manuel Pallarès ein. Sein Frühwerk orientiert sich an der altmeisterlichen Genremalerei und bildet Stierkampfszenen, Tauben und Herkulesstatuen ab. Bereits im Jahre 1900 erfolgt die erste Einzelausstellung seiner Werke und Picasso reist anlässlich der Weltausstellung nach Paris, wo ihn die impressionistischen Werke von Paul Cézanne und Edgar Degas inspirieren. Ein Jahr später illustriert er die Ausgaben der Kunstzeitschrift Arte Joven. Sein Werk dieser Zeit wird als Blaue Periode bezeichnet: Eine monochrome Farbgestaltung steht im Vordergrund der Werke, die schwermütige Figurenbilder aufgreift und Randfiguren der Gesellschaft wie Bettler, aber auch Mutter und Kinderdarstellungen abbildet. Die Blaue Periode ist durch einen hohen Grad an Melancholie geprägt, ausgelöst durch den Tod seines Freundes Carlos Casagemas.

Die monochrome Verwendung der Farbe Blau wird von der Rosa Periode abgelöst, die sich den Motiven der Welt den Schauspielern und Artisten widmet. Der mit Georges Braque neu entwickelte Kunststil Kubismus hat großen Einfluss auf Robert Delaunay, Jean Metzinger und Fernand Léger. Das berühmte Gemälde „Les Demoiselles d’Avignon“ aus dem Jahr 1907 stellt mit seinen monumentalen Abmessungen einen Wendepunkt der Malerei dar und leitet den Kubismus ein. Es zeigt fünf Frauen, die teilweise unbekleidet dargestellt sind vor einem bläulichen Hintergrund. Die leicht eckigen Formen lassen eine abstrahierende Absicht erkennen, ebenso die fast maskenartigen Gesichter der Figuren. Die frühe Phase des Kubismus bis etwa 1912 wird als Analytischer Kubismus bezeichnet, danach entstehen Werke, die eine Frühform der Collage bilden und die Zitatkunst vorwegnehmen: Sie wird als Synthetischer Kubismus bezeichnet. Ab etwa 1912 gewinnen Picassos Werke auch im Ausland zunehmend an Bedeutung. Sie sind in Ausstellungen des Blauen Reiter, in London, ab 1911 auch in New York in der Armory Show zu sehen. Der Stil Picassos verändert sich abermals und kombiniert Elemente aus unterschiedlichen Stilrichtungen. Er beginnt, eine eigene Formensprache zu entwickelt, experimentiert mit plastischen Werken und inspiriert die surrealistische Bewegung um André Breton. 1937 wird das monumentale Bild „Guernica“ auf der Weltausstellung in Paris ausgestellt. Das bekannte Gemälde reflektiert die Zerstörung der Stadt Gernikas im Zweiten Weltkrieg. Das überwiegend einfarbige Werk kombiniert in einer anspruchsvollen Komposition geometrische Formen, komplexe Symbolik und Figuren, die teilweise an Menschen, teilweise an Tiere erinnern. Zwei Jahre später zeigt das Museum of Modern Art in New York eine große Retrospektive von Picassos Werk. Seine späten Jahre werden inspiriert von Henri Matisse, dessen Malweise sein Werk prägt. Er setzt sich zudem mit historischen Künstlern auseinander. Im Jahr 1949 entwirft Picasso das Plakat mit einer Taube für den Pariser Weltfriedenskongress, welches zum weltweiten Symbol für Frieden wird. Es folgen zwei große Wandgemälde und 1946 eine Ausstellung seiner Gemälde im Louvre und dem Moskauer Puschkin-Museum. Sein Stil bleibt betont skizzenhaft, arbeitet reduziert vorwiegend mit Linien und auch in der Thematik folgt ein hoher Variationsgrad an Themen. 1962 wird Picasso mit dem Internationalen Lenin-Friedenspreis ausgezeichnet, ein Jahr später eröffnet das Museu Picasso in Barcelona und im Jahr 1970 erfolgt eine weitere große Retrospektive seines Werkes im Louvre in Paris anlässlich seines 90. Geburtstags. Damit ist er der erste Künstler, dem diese Auszeichnung bereits zu Lebzeiten gewährt wird. Er stirbt drei Jahre später am 08. April 1973 in seinem Haus in Mougins.

Pablo Picasso ist bis heute einer der populärsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Werk enthält Gemälde, Lithografien, Bühnenbilder, -vorhänge und Kostüme, sowie Keramiken und wird schon zu Lebzeiten weltweit in Ausstellungen und von Künstlerkollegen wie Salvador Dalí, André Breton oder Max Ernst gelobt. Sein Stil ebnet den Weg der abstrakten Kunst und beeinflusst Künstler wie Robert Motherwell, Roy Lichtenstein, Joseph Beuys und Joan Miró.

Das Geheimnis der Kunst liegt nicht darin, dass man nicht sucht, sondern findet.

Pablo Picasso, 1960er Jahre ©Foto, Argentina. Revista Vea y Lea, ©Zitat, Pablo Picasso

Ausstellungen

Museumsausstellungen (Auswahl)

2020: Picasso and Paper. Royal Academy of Arts. London, United Kingdom

2019: Picasso Printmaking as Experiment. Städel Museum. Frankfurt/Main, Germany

2018: The Ey Exhibition: Picasso 1932 – Love, Fame, Tragedy. Tate Modern. London, United Kingdom

2017: Picasso: On The Beach. Peggy Guggenheim Collection. Venice, Italy

2016: Picasso. Sculptures. Palais des Beaux-Arts (BOZAR) Brussels, Belgium

2016: Picasso and his Printers. Los Angeles County Museum of Art (LACMA) Los Angeles, CA, United States

2015: Picasso Sculpture. Museum of Modern Art (MoMA) New York City, NY, United States

2014: Pablo Picasso - From Arcadian Bliss to Painted Exorcism. Moderna Museet Malmö, Sweden

2012: Picasso Black and White. Solomon R. Guggenheim Museum, New York City, NY, United States

2010: Picasso in The Metropolitan Museum of Art. The Metropolitan Museum of Art. New York City, NY, United States

2008: Focus: Picasso Sculpture. Museum of Modern Art (MoMA) New York City, NY, United States

2005: Picasso – Badende. Staatsgalerie Stuttgart, Germany

1997: Pablo Picasso. Städel Museum, Frankfurt/Main, Germany

1993: Picasso in Budapest. Hungarian National Gallery. Budapest. Hungary

1988: Le dernier de Picasso 1953 – 1973. Centre Pompidou. Paris. France