Über die Ausstellung

Vom 01. April bis zum 20.05.2017 zeigt die Samuelis Baumgarte Galerie erstmals eine Einzelausstellung der 1965 in Leipzig geborenen und in Berlin arbeitenden international bekannten Künstlerin Maike Freess. Korrigierte Erinnerung ist nicht nur der Ausstellungstitel, sondern gibt auch Einblicke in die Gedankenwelt der Künstlerin. Freess arbeitet in verschiedensten künstlerischen Medien: Fotografie, Video, Skulptur, Installation. Der Hauptschwerpunkt ihrer Arbeiten liegt aber eindeutig auf Zeichnungen.

Die Vernissage findet am Samstag, 01. April 2017 um 17 Uhr statt.

Sinnbildlich führt der Film „Passage“ (2017, HD-Video, 5:00 min/Loop, Ton (Detail)) den Besucher in die Ausstellung ein. Aus den Aufnahmen von verschiedenen Begegnungen und Begrüßungen werden durch den Rückwärtslauf des Films Trennungen evoziert. Erinnerungen werden korrigiert.

Ein zentrales Element der Ausstellung ist – wie bereits in der großen Ausstellung „Von blinder Gewissheit“ der Von der Heydt-Kunsthalle Wuppertal (30.08.2015 – 03.01.2016) – die Skulptur „Die Erbschaft“ (2016/17, Polyester, Farbe, Kleidung, Filz, Blei, 150 x 55 x 30 cm). Ein Junge, der erkennbar schwer an eben dieser Erbschaft trägt. Versinnbildlicht wird dies durch den Mantel, der bleiern auf seinen Schultern liegt. Dennoch blickt er noch erwartungsvoll in die Welt. Sein Gesicht zeigt aber bereits erste Anzeichen der Veränderung. Eine Seite rosig schimmernd, die andere jedoch mit beginnendem Grau möglicherweise die Zukunft andeutend. Der Betrachter stellt sich zwangsläufig die Frage, wohin die Entwicklung geht. Wird das Grau der Vergangenheit, die Mitgift seiner Vorfahren, eben seine Erbschaft, die Oberhand gewinnen, oder wird er sich als eigenständige Person durchsetzen?

Vererbung, genetische Disposition, Prägung sind auch in Maike Freess´ weiterer Serie „Die Erben“ Thema. Denn es ist der menschliche Geist in all seinen Facetten der Inspiration für die Arbeiten der Künstlerin ist. Durch die von ihr entwickelten Paper cut-outs hat Freess ein Instrument an der Hand, dieses Aufdecken von Hintergründen, verdeckten Erinnerungen und Einflüssen künstlerisch umzusetzen. Ihre Motivation liegt in dem Wunsch auszudrücken, was hinter der zur Schau gestellten Fassade zu sehen ist. Sie nimmt der Person die Maske ab („Die Erben 23“, 2016, Diverse Weißstifte, Kupfer und paper cut-out auf Papier, 40 x 30 cm), um uns einen Blick in das Innere zu vermitteln. Ihre Darstellungen zeigen somit nie nur die eine, erkennbare Person, sondern vielmehr auch die hintergründigen Einflüsse, die das gezeigte Bild durchströmen oder überlagern.

Maike Freess setzt mit dieser Ausstellung neue Maßstäbe, denn die einzelnen Arbeiten stehen in engem Bezug zueinander und zu der architektonischen Disposition der Galerie. Diesen verdeutlicht die Künstlerin durch Markierungen auf Wand und Boden, die die Werke miteinander verbinden und somit den Eindruck ihrer Ausstellungskonzeption unterstreichen. Von der Wandfarbe bis zur Zusammenstellung der Werke ist jedes Element Teil ihrer Gesamtidee.

Die Ausstellung ist geöffnet von Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr und am Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr.

Information

Vernissage: Samstag, 01.04.2017 um 17 Uhr

Mit einer Einführung von Dr. Jeanette Zwingenberger, Paris

Vernissagekarte

Presseinformation

Online Katalog

Presse

"Die Blicke gehen nach innen", Neue Westälische, 12.05.2017

"Blick in die Tiefen der menschlichen Seele", Westfalen-Blatt, 01.04.2017

"Blicke hinter die Fassade des Menschen", Neue Westfälische, 29.03.2017

Vergangene Ausstellungen