Michel Lamoller
Biografie
Michel Lamoller (*1984 im Schwarzwald) ist ein bildender Künstler, dessen Werk sich im Spannungsfeld zwischen Fotografie, Skulptur und Installation verortet. In einem eigenständigen, innovativen Verfahren entwickelt er fotografische Arbeiten, die den klassischen Bildraum konsequent überschreiten.
Michel Lamoller studierte von 2005 bis 2012 Film, Fotografie und Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Zwischen 2010 und 2012 war er Masterschüler von Professor Matt Mullican und verfeinerte dort seinen konzeptuellen und räumlichen Ansatz der Bildgestaltung. Im Jahr 2020 wurde Lamoller für seine innovativen Beiträge zur zeitgenössischen Fotografie mit dem Internationalen Fotografiepreis „Altered Narratives“ der ETH Zürich und der Max-Planck-Gesellschaft in Zürich ausgezeichnet.
Durch das präzise Schichten und anschließende manuelle Bearbeiten von Fotografien mit dem Skalpell entstehen reliefartige Bildkörper, in denen sich räumliche Tiefe physisch manifestiert. Lamoller konstruiert so dreidimensionale Architekturen innerhalb der fotografischen Oberfläche – Zwischenräume, die sich dem Betrachter erst beim Näherkommen erschließen.
Seine Arbeiten hinterfragen die Wahrnehmung von Raum, Perspektive und Realität und transformieren die Fotografie vom zweidimensionalen Abbild in ein plastisches Objekt mit skulpturaler Präsenz.
Michel Lamoller entfaltet in seinen jüngsten Werkgruppen eine Bildwelt von außergewöhnlicher Dichte, in der Natur nicht mehr als ferne Landschaft erscheint, sondern als Kontaktzone: als etwas, das berührt wurde — und zugleich berührt. Der Ausstellungstitel „Die berührte Natur“ beschreibt dabei nicht nur einen Zustand der Welt, sondern eine Erfahrung des Sehens. Lamollers Arbeiten führen vor Augen, dass Natur heute niemals unberührt geblieben ist: Sie ist gezeichnet, überformt, verändert. Und gerade in dieser Berührung — im Eingriff, in der Spur, in der Metamorphose — entsteht eine eigentümliche, fragile Schönheit.
Seine Werke entstehen aus der Fotografie, aus realen, dokumentarischen Oberflächen der Welt, aus einer Tradition der lens-based photography, die Wirklichkeit zunächst optisch erfasst und fixiert. Doch diese fotografischen Ausgangsbilder bleiben nicht Abbild. Lamoller verfremdet, schichtet, überlagert sie, bis reliefartige Bildkörper entstehen. Natur wird nicht einfach dargestellt, sie wird materiell erfahrbar: Oberfläche verwandelt sich in Schichtung, in Spur, in Verdichtung. Was wir sehen, ist nicht Natur „an sich“, sondern Natur, die bereits durch Geschichte hindurchgegangen ist.
In der komplexen Poesie seiner Überlagerungen entsteht eine stille Eindringlichkeit. Lamoller öffnet den Blick auf eine Welt, die sich unaufhörlich neu schreibt — nicht als endgültige Landschaft, sondern als fortwährende Metamorphose. Seine Arbeiten lassen uns spüren, dass alles im Fluss ist: Oberfläche, Raum, Natur, Zeit — und dass wir selbst Teil dieser Berührung sind.
Natur wird nicht einfach dargestellt, sie wird materiell erfahrbar: Oberfläche verwandelt sich in Schichtung, in Spur, in Verdichtung. Was wir sehen, ist nicht Natur „an sich“, sondern Natur, die bereits durch Geschichte hindurchgegangen ist.
Museums- und Einzelausstellungen (Auswahl)
2026
Berührte Natur, Samuelis Baumgarte Galerie, Bielefeld
2025 Contemporary Nature – solo show during Gallery Weekend Berlin 2022
Anthropogenic Mass – The Ravestijn Gallery, Amsterdam
2019
Dislocated Space – Reeperbahn Festival, Hamburg
2018
Walls apart – Gudberg Nerger Gallery, Hamburg (catalogue)
A depthless world –Nitra Gallery, Athens
2017
Space Invaders. Photographic interventions and interventions into photography – Direktorenhaus Museum for Art, Crafts and Design, Berlin
2012
Layerscapes – Galerie Jahn, Heilbronn
Gruppenausstellungen
2025 Conjunction – Affenfaust Galerie Hamburg
2024 Summer Show by Marie Curie Foundation – The Royal Academy London. Los Raros: New Narratives of Contemporary Collage – Sala Municipal de Exposiciones de La Pasión, Valladolid. Curated by Max-o-matic Entransito – Sant Antoni de Portmany. Curated by Claudius Strack
2023 Apex Predator – Kunsthalle Brennabor. Curated by Vanessa Souli
2022
Unbound – Unseen Amsterdam. Curated by Damarice Amao (Centre Pompidou)
Knotenpunkt Festival 22 – Affenfaust Galerie, Hamburg One of a kind – The Ravestijn Gallery
2021
The constructed image – The Ravestijn Gallery
Affenfaust Galerie, Hamburg
2020
Keep your eyes peeled, AFF- Galerie, Berlin
2019
Augmented Dreams, Kunstquartier Bethanien, Berlin Art Week
Talk!Project, Museum Frieder Burda | Salon Berlin, Berlin
Lishui Photo Festival, Art Museum, Lishui, China.
Knotenpunktfestival, Affenfaust Galerie, Hamburg
Viva Con Agua, Millerntorgallery, Hamburg
2018
1st Southwest-German Art Prize, Esslingen
Affordable Art Fair, Hamburg
Athens Photo Festival, Benaki Museum, Athens, GR
Christie’s auction for Viva Con Agua
2017
Black Box Helsinki Heliumcowboy Artspace, Hamburg Transcending Time. A Connectiva Collective show, Athens Christie’s auction for Viva Con Agua
2016
Illustrative 16 – The Biennale for Illustration and Graphic Art Nitra Gallery, Thessaloniki Gallery Johanssen, Berlin
2015
Galerie KD Kunst, Worpswede Multidimensional images and pictorial objects, Kunstquartier Bethanien, Berlin Galerie Fonis, Düsseldorf
Galerie Flierl, Berlin Gallery Sijac, Seoul, Süd-Korea
STROKE, München (Kunstmesse)
2014
Bremer Kunstfrühling, Bremen No Color Art Gallery, San Sebastian, Spain The less you know, the more you see – Westwerk Hamburg
The Ballery, Berlin Paul Smith Mayfair Shop, London Cheapart Gallery, Athens
Pop-Up Art Gallery Berlin
Gallery Flierl, Berlin
2013
Incubarte 6. Festival Internacional de Arte, Valencia, Spain.Konnektor – Forum for Art. HannoverVelada de Santa Lucia, Maracaibo, Venezuela.
2012
Academy of Fine Arts, Hamburg: Master’s exhibition
Gallery of the Academy of Fine Arts, Hamburg
2010
Academy of Fine Arts, Hamburg: Bachelor’s exhibition2009
Goethe Institut Thessaloniki
2008
Galerie Montgrand, Marseille. 2006
Vorwerkstift Gallery, Hamburg
2005
Kunstverein Freudenstadt (Society of Arts, Freudenstadt)