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Fernando Botero

Fernando Botero - Carneval, 2016

Fernando Botero wurde 1932 in Medellín (Kolumbien) geboren und zählt international zu den wichtigsten Künstlern. Schon 1948 nahm er, ohne eine akademische Ausbildung, an einer Gruppenausstellung teil. Er studierte 1952 an der Academia de las Bellas Artes de San Fernando und am Prado Museum (beide Madrid). Füllige Formen sind Boteros Markenzeichen. Er verbindet eine scheinbar naive Freude am Erzählen, eine raffinierte und vielschichtige, traditionelle Malweise und den Respekt vor den Alten Meistern, um eine neue Empfindsamkeit zu erreichen – und einen grotesken Humor. In den frühen 1990ern gab es einen Skandal um seine monumentalen Bronzen kräftig gebauter Menschen, die unter anderen an den Champs Elysées in Paris aufgestellt wurden.

Ein Hinweis auf Boteros Respekt vor den Alten Meistern ist gerechtfertigt, obwohl er ganz anders arbeitet. Michelangelo war beispielsweise davon überzeugt, dass die fertige Skulptur schon im Marmorblock steckte, und man nur alles andere wegschlagen müsse. Botero, so scheint es, denkt in die entgegengesetzte Richtung: Er beginnt, ähnlich wie Maillol, mit einem formalen Konzept und lässt die Figur dieses ausfüllen.Das gilt auch für seine Gemälde. Die Rundlichkeit seiner gemalten Figuren reflektiert keine Realität oder kommentiert diese, es handelt sich vielmehr, gerade wie beim Archaischen Lächeln, um ein Formprinzip.

Man sagt, dass Boteros Kunst von kolumbianischer Volkskunst beeinflusst sei. Wenn das so ist, dann muss man hier weniger an Bilder oder Textilien denken, eher an die steinernen Statuen von San Augustin; dort könnte eine Inspirationsquelle für die Rundlichkeit seiner Gestalten zu finden sein.

Die Figuren – Menschen, Tiere, Pflanzen – haben eine starke bildliche Wirkung, auch durch ihre dargestellte Körpermasse. Seine Themen und Motive können auch als Erinnerungsbilder interpretiert werden, die durch die Brille seiner ästhetischen Prinzipien gesehen werden; aber sie werden immer aufs neu überlagert von jüngeren Erinnerungen und aktuellen Erfahrungen. Sie zeigen nicht nur Kolumbien, sie zeigen die Welt und interpretieren sie, und in diesem Prozess ändern sich auch unsere Ansichten.

Die Figuren – Menschen, Tiere, Pflanzen – haben eine starke bildliche Wirkung, auch durch ihre dargestellte Körpermasse. Seine Themen und Motive können auch als Erinnerungsbilder interpretiert werden, die durch die Brille seiner ästhetischen Prinzipien gesehen werden; aber sie werden immer aufs neu überlagert von jüngeren Erinnerungen und aktuellen Erfahrungen. Sie zeigen nicht nur Kolumbien, sie zeigen die Welt und interpretieren sie, und in diesem Prozess ändern sich auch unsere Ansichten.

Fernando Botero
Carnaval 2016
Öl auf Leinwand
144 x 100 cm
Preis auf Anfrage