Der zu den Fotorealisten zählende Stephan Kaluza, geboren 1964 in Bad Iburg, bannt seine geheimnisvolle Bilderwelt gerne hinter Plexiglas und erzielt dadurch eine verfremdende Wirkung.
Stepahn Kaluza geht es weniger um die Beziehungen zwischen Form und Inhalt, vielmehr spürt er der Natur von Darstellungsweisen und Kombinationen nach. Das milchige Acrylglas kann sehr dicht sein und so die Wahrnehmung des Gemalten praktisch verweigern, und es kann sogar durch eine schwarze Scheibe ersetzt werden, die die Wahrnehmung des Bildes verunmöglicht. Bis dahin, dass man nicht weiß, ob es überhaupt ein Bild gibt….
Stephan Kaluzas Werke, besonders die jüngeren, erscheinen uns als relationale Rekonstruktionen. Sie beziehen sich auf einen bestimmten Punkt in der Zeit, sie beziehen sich aber auch auf die Filterung durch die Malerei und das Einkapseln in den milchigen Kasten, und sie beziehen sich auf den Betrachter, der mit der ungewöhnlichen Wahrnehmungssituation zurande kommen muss. Sie sind aber auch Rekonstruktionen, weil die Ausgangssituation, wie real oder fiktional sie auch gewesen sein mag, nicht als solche gezeigt wird, sondern als eine, die durch die Malerei rekonstruiert worden ist. Und es ist die Aufgabe des Betrachters, die Gesamtsituation zu rekonstruieren. Kaluza ist kein Dekonstruktivist, er ist, viel moderner, ein Rekonstruktivist.
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