Der 1891 in Brühl bei Köln geborene Künstler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der surrealistischen Bewegung. Nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1911 konzentriert er sich voll auf die Malerei. Um 1929 entstehen auch seine ersten „Collagen", die sich stark von denen der Kubisten unterscheiden, u.a. die berühmte, in Zusammenarbeit mit Arp entwickelte Serie Fatagaga.
1925 beteiligt er sich an der ersten Surrealistenausstellung in der Galerie Pierre und perfektioniert seine bereits 1919 vereinzelt angewandte „Frottage"-Technik, ein Durchreibeverfahren, das er schon bald ausdehnt, um seine visionären Fähigkeiten zu stimulieren: Zwei Arbeiten von Max Ernst werden 1937 von den Nationalsozialisten in der Schau „Entartete Kunst" angeprangert ; 1940 emigriert er in die USA und erhält 1948 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Während seines USA-Aufenthaltes zeichnet sich in seinem Werk ein tiefgreifender Wandel ab. An die Stelle der unheilschwangeren Phantasien treten nun immer kristallinere Visionen. Als berühmter Maler kehrt Ernst 1953 nach Frankreich zurück. Er reist nach Deutschland und erhält auf der Biennale in Venedig 1954 den Großen Preis für Malerei.
Ernsts Spätwerk hat den magischen und zugleich aufrührerischen Charakter der vorhergehenden Arbeiten zwar verloren, zeugt aber von einer unerwarteten Frische. Prismatische Formen, ein ausgeklügeltes Spiel von Weiß- und Grauabstufungen, ein auf den Oberflächen gleißendes, kristallklares Licht – all diese Merkmale verweisen auf einen Maler, dessen Kunst durch ihre intellektuelle Poesie und eisige Ironie besticht.
Max Ernst stirbt 1976 in der Nacht vor seinem 85. Geburtstag.
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