Botero wurde 1932 in Medellin, Kolumbien, geboren. Schon 1948 nahm er ohne akademische Ausbildung an seiner ersten Gruppenausstellung teil. 1952 studierte er an der Academia de Bellas Artes de San Fernando und am Prado-Museum in Madrid. Üppige Formen sind das Kennzeichen der Kunst Boteros. Bei ihm verbinden sich scheinbar naive Erzählfreude, raffinierte, altmeisterliche Malweise und Ehrfurcht vor den alten Meistern zu einer neuen Sinnlichkeit und grotesken Komik. In den frühen neunziger Jahren erregte er großes Aufsehen mit monumentalen Bronzefiguren seiner überbeleibten Menschen, die z.B. auf den Pariser Champs-Elysée aufgestellt wurden.
Fernando Boteros Kunst entspringt aus zwei verschiedenen Quellen. Einerseits sind es seine persönlichen Ansichten über Ästhetik, andererseits die lateinamerikanische Welt, in der er aufgewachsen ist, in der die Sinnlichkeit die höchste Lust in der Kunst darstellt. Die Bilder aus seiner Kindheit hat Botero selbst versucht, durch das Prisma seiner Ansichten über Kunst zu sehen, woraus sich seine unverwechselbare Stilrichtung entwickelt hat. Die Deformation in seinen Bildern und Skulpturen kann den Eindruck von Satire erwecken, was meist jedoch nicht zutrifft. Die Deformation entspringt vielmehr einer ästhetischen Unruhe, stilistischen Gründen und seiner großen Vorliebe für volle, zeitlose und ruhige Formen, die weder analysierend noch beschreibend sind.
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