Ruth Baumgarte wurde 1923 in Coburg geboren, wuchs aber in Berlin auf. Erste künstlerische Ausbildung erhielt sie bereits als Schülerin. 1938 besuchte sie die Kunstschule des Westens, in Berlin. 1940-44 absolvierte sie ein Studium der freien Graphik und Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin bei Prof. Gerhard Ulrich, Prof. Michel, Prof. Tank, Prof. Franzke, Prof. Wehlte.

Während des Studiums war sie ständige Mitarbeiterin des "Kaskeline-Zeichentrickfilm-Atelier", Berlin. Während und als Folge des Krieges erfolgte ein Wechsel in ein Meisteratelier der Staatlichen Industrie- und Kunstgewerbeschule Sonneberg in Thüringen. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin fungierte sie als Pressezeichnerin an der ersten deutsch/ russischen Tageszeitung und als Gymnasial-Kunstlehrerin.

Ruth Baumgartes Themen, das eigentliche Medium ihrer Darstellungen, sind Farbe und Licht, jedoch nicht als wirkliche Erscheinung der Naturgegebenheiten, sondern als leitende Kraft einer Vorstellung und einer Empfindung und ebenfalls als Bezugspunkt der inneren zur äußeren Welt. Themen und Motive, die die Künstlerin liebt, zeigen das Aufgehen des Menschen in der Natur, ein Integrationsbestreben, das sie meisterhaft bewältigt. Ruth Baumgarte sucht nicht nach aktuellen Bezügen, sie betreibt keine Effekthascherei um des Erfolges willen, sondern sie arbeitet mit handwerklicher Souveränität beharrlich malerische Probleme durch. Variante und Metamorphose sieht sie bei der Afrika-Thematik als ihre eigentliche Aufgabe an.

Das Licht erscheint in ihren Bildern in unvergleichlicher Farbenglut. Dieses Medium hat eine Doppelfunktion: die Dinge in ihrer plastischen Konsistenz darzustellen und mehr noch, als eine Erscheinung umzusetzen, in der sich Farbe verwirklicht.

Auch ihre Zeichnungen sind von einer malerischen Hand geprägt. Auch hier steht der Mensch als Studienobjekt im Vordergrund. Auch wenn die Figuren weitgehend durch eine gliedernde und eingrenzende Kontur bestimmt sind, so ist die Umrisslinie neben ihrer funktionellen Bestimmung auch Ausdruck eines lyrischen Empfindens. Es geht Ruth Baumgarte nicht um die strukturielle Erfassung des menschlichen Körpers, nicht um Bewegungsanalysen, sondern um die Erscheinung von flackernden Licht- und Schattenwerten, die den Sinnesreiz ansprechen. Die technische Perfektion der Künstlerin, ihre vollendete Handschrift, souveräne Anwendung der Farbe offenbaren als Summe von Anschauung und Erlebtem etwas vom Wesen der Natur Afrikas und von ihrer Ordnung.

Seit ihrer Übersiedlung nach Westdeutschland, Bielefeld, ist Ruth Baumgarte als freischaffende Malerin und Graphikerin tätig und war freie Mitarbeiterin diverser Zeitschriften und Verlage.

Die Künstlerin ist Mitglied verschiedener Künstlerverbände und kann auf zahlreiche wichtige Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland u.a. in Berlin, Frankfurt/M, London, Paris, Rom, Mailand und New York zurückblicken.

 

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10 - 18 Uhr | Sa: 10 - 14 Uhr